Bonobos, die Männchen-Weibchen-Gesellschaft

Bei den Bonobos scheint es anders zu laufen: Männerbünde scheinen nicht wichtig zu sein, ganz im Gegensatz zu denjenigen der Weibchen. Obwohl nicht verwandt, unterstützten sich die Weibchen gegenseitig, unter anderem auch in Konflikten mit den Männchen. Dennoch existiert, wie bei anderen Primatenarten, unter Bonobomännchen eine klare strukturierte Rangordnung. Abgesehen von der Einhaltung der Regeln dieser Hierarchie gilt ihre Aufmerksamkeit vor Allem den Weibchen. Dafür gibt es eine durchaus plausible Erklärung: Männchen, die bei den Weibchen beliebt sind, könnten bei der Paarung bevorzugt werden und somit ihren Fortpflanzungserfolg, gemessen in der Anzahl von Nachkommen, steigern. Die Tatsache, dass Männchen auch dann freundlichen Umgang mit den Weibchen pflegen, wenn diese schwanger sind oder stillen, d.h. wenn die Männer aus dem fürsorglichen Verhalten keine unmittelbaren Vorteile erzielen, deutet darauf hin, dass es bei den Freundschaften eher um Langzeitbeziehungen denn um das kurze Vergnügen geht. Bonobos leben folglich in einer gleichberechtigten, einer egalitären Gesellschaft.

Aus Freilandstudien weiß man, dass sich manche solcher Beziehungen auf wenige Monate beschränken, andere jedoch bis zu mehreren Jahren anhalten können. Bislang ist kaum etwas darüber bekannt, was oder wer die Beziehung beendet und auf welche Weise eine neue entsteht. Tatsache ist, dass der Tod eines Individuums einen Verlust für die Kommune bedeutet, der nicht so schnell durch ein neues Individuum wettgemacht werden kann.